Herzlich Willkommen

Die Initiative Behandlungstrauma setzt sich ein für Patientinnen und Patienten, die unter psychischen Folgen von Behandlungsfehlern und anderen schädigenden Ereignissen im medizinisch-therapeutischen Kontext leiden. Diese Patientengruppe wird derzeit kaum gesehen und nur unzureichend versorgt. Aus der Perspektive Betroffener gegründet setzen wir uns dafür ein, dass sich dies ändert. Betroffenen möchten wir erste Informationen bieten und die Möglichkeit, dass wir Erfahrungsberichte sammeln und dokumentieren, um das Problem sichtbar zu machen. Unterschiedliche Professionen, die bereits an dem Thema und mit Betroffenen arbeiten sind herzlich eingeladen, sich zu vernetzen und mit darauf hinzuwirken, dass die Situation für Betroffene sich verbessert. Diese Internetseite ist der erste Schritt.

Auch ein wirtschaftliches Problem – Medizinischer Dienst fordert Transparenz bei Behandlungsfehlern

Stefan Gronemeyer, Chef des Medizinischen Dienst Bund, fordert eine Verpflichtung für Leistungsberbringer, Behandlungsfehler den Patienten gegenüber offenzulegen. »Immer, wenn ein Fehler passiert oder ein Schaden aufgetreten ist, der nicht hätte sein sollen, müssen die Betroffenen unaufgefordert darüber in Kenntnis gesetzt werden.« Darüber hinaus hält er ein verpflichtendes Register für sinnvoll für Ereignisse, die nie passieren dürften.

Neben dem Leid, das erspart bleiben könnte, ist das auch ein wirtschaftlicher Schaden. Aufgrund von Studien kann davon ausgegangen werden, dass 15 % der gesamten Gesundheitsausgaben nur auf die Behandlung vermeidbarer Schäden zurückgehen.

PTBS nach Sepsis

Eine Sepsis, allgemeiner bekannt unter dem Begriff Blutvergiftung, ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers auf eine meist zunächst lokale Infektion überreagiert und es zu einer sehr schweren Allgemeininfektion kommt. Die Folge sind unter Umständen schwere physische Schäden an verschiedenen Organen, die schlimmstenfalls auch als Organsystem versagen können. Eine Sepsis stellt die zweithäufigste Todesursache auf Intensivstationen dar. Es kommt zu rund 75.000 Todesfällen jährlich alleine in Deutschland. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen, insbesondere jene mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise nach Operationen, durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Krebs.

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Patientenbericht Gerd

Ich habe eine Allergie gegen ein Medikament. Davon weiß ich schon seit über 20 Jahren. Mitte der 90er hatte ich meinen ersten allergischen Zwischenfall. Am Anfang war das nicht so schlimm für mich, auch weil ich nicht oft ins Krankenhaus musste. Das hat sich in letzter Zeit geändert. Schon drei Mal ist es in den letzten fünf Jahren passiert, dass ich das Mittel bekommen habe. Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich allergisch bin. Beim letzten Mal war das sehr gefährlich und ist gerade so gutgegangen. Es ist sehr schwer, mit Krankenschwestern und Ärzten darüber zu sprechen. Am Anfang ist das noch in Ordnung. Aber sie verstehen nicht, wenn ich immer wieder nachfrage, was in der Spritze ist. Oft reagieren sie verärgert. Ein Chefarzt hat mich während der Visite vor allen Leuten angedonnert. Man hätte sich beschwert über mein ständiges Nachfragen. Wenn ich ihm und seinen Mitarbeitern misstraue, könnte ich sofort nach Hause gehen. Seit dem bekommt mich keiner mehr ins Krankenhaus, obwohl ich eigentlich hin muss.

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Patientenbericht Thorsten

2005 musste ich am Knie operiert werden, weil ich einen Knorpelschaden hatte. Die OP habe ich im Kreiskrankenhaus meiner Heimatstadt machen lassen. Vorher hat man mich da untersucht, aber die OP hat nicht der gleiche Arzt gemacht. Als ich aufgewacht bin, hatten sie mir das falsche Knie operiert. Ein Student, der bei der OP dabei war, sagte mir bei der Blutabnahme, der Arzt hätte gesehen, dass der Knorpel gut aussah. Aber weil das MRT-Bild etwas anderes gezeigt hätte, hätte er den Knorpel rasiert.  Der Arzt hat mir gegenüber am nächsten Morgen behauptet, dass der Knorpel an dem anderen Knie auch kaputt gewesen sei.

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